Kreditkarten-Vergleich · Travel-Insider

Meilen-Kreditkarten im Vergleich: Welche lohnt sich wirklich?

Amex Green, Amex Gold, Amex Platinum, Miles & More Blue und Gold, Payback Amex: Jede dieser Karten verspricht Meilen und Reisevorteile. Welche davon zum Einstieg sinnvoll ist, welche sich erst mit höherem Umsatz rechnet und welche du besser liegen lässt, erkläre ich hier.

Von Dominik Reichert · Travel-Insider ca. 14 Min. Lesezeit

Meilen sammeln: Was steckt eigentlich dahinter?

Wer zum ersten Mal von Meilen und Punkten hört, denkt oft: Das ist etwas für Vielreisende oder Geschäftsleute, die ohnehin ständig unterwegs sind. Das stimmt nicht. Die meisten Menschen, die heute Business Class mit Meilen fliegen, sind keine Manager mit Firmenbudget, sondern Normalreisende, die verstanden haben, wie das System funktioniert.

Meilen und Punkte sind programmeigene Währungen. Airlines und Hotels haben sie erfunden, um Stammkunden zu binden. Inzwischen ist daraus ein komplettes Ökosystem geworden: Kreditkarten, Einkaufsportale, Partnerunternehmen, Hotelketten und Mietwagengesellschaften zahlen alle ins gleiche System ein.

Meilengame ohne Kreditkarte: Was ist möglich?

Grundsätzlich lassen sich Meilen auch ohne Kreditkarte sammeln. Die wichtigsten Wege sind:

01
Fliegen

Für jeden gebuchten Flug über ein Vielfliegerprogramm gibt es Meilen gutgeschrieben. Wie viele, hängt von Strecke, Buchungsklasse und Statuslevel ab.

02
Hotels und Mietwagen

Viele Hotelprogramme und Autovermietungen sind mit Airline-Programmen verknüpft. Wer bei Avis mietet und seine Miles & More Nummer angibt, sammelt direkt.

03
Einkaufsportale

Miles & More und andere Programme haben eigene Einkaufsportale. Wer online einkauft und vorher das Portal aufruft, bekommt Bonusmeilen für den Kauf.

04
Payback und Partneraktionen

Payback-Punkte lassen sich zu Miles & More übertragen. Wer beim Einkaufen ohnehin Payback scannt, sammelt damit nebenbei Meilen.

Das Problem dabei: Diese Wege allein sind langsam. Wer nur durch Fliegen sammelt, braucht oft Jahre für einen einzigen Prämienflug. Der bei weitem größte Hebel sind Kreditkarten-Willkommensboni. Mit einem einzigen Bonus kann man einen Punktestand erreichen, für den man ohne Kreditkarte zwei bis drei Jahre sammeln würde.

Warum Kreditkarten den Unterschied machen

Eine gute Meilen-Kreditkarte tut zwei Dinge gleichzeitig: Sie sammelt Punkte für jeden Euro, den du sowieso ausgibst, und sie gibt dir beim Start einen Willkommensbonus, der den Einstieg in wenigen Monaten beschleunigt.

Konkret: Wer monatlich 1.000 Euro mit der Karte ausgibt, sammelt pro Jahr etwa 6.000 bis 12.000 Punkte aus laufenden Ausgaben. Ein Willkommensbonus von 30.000 bis 85.000 Punkten überholt das um ein Vielfaches. Deshalb ist die Wahl der richtigen Karte am Anfang wichtiger als alles andere.

Der häufigste Fehler

Viele starten mit einer Karte, nutzen den Willkommensbonus nicht vollständig aus, oder lösen die Punkte später für Sachprämien ein und verschenken damit den größten Teil des möglichen Werts. Mit dem richtigen Wissen lässt sich das vermeiden.

Welche Kreditkarte zum Meilen sammeln gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze:

Direkte Meilen-Kreditkarten wie die Miles & More Kreditkarte sammeln Meilen, die sofort im Vielfliegerprogramm landen. Kein Umweg, kein Transferschritt. Der Nachteil: Du bist an ein Programm gebunden.

Flexible Punkte-Kreditkarten wie die American Express Membership Rewards Karten sammeln Punkte, die du anschließend zu einem von mehreren Partnerprogrammen überträgst. Das gibt dir mehr Flexibilität bei der Einlösung, bedeutet aber einen extra Schritt.

Für die meisten Einsteiger ist die Kombination aus beiden am sinnvollsten: Eine Mastercard als Hauptkarte für die breite Akzeptanz, und eine Amex als Ergänzung für Flexibilität und Willkommensbonus. Genau diese Karten schauen wir uns jetzt im Detail an.

Das Wichtigste vorab

Meilen sammeln: Das Grundprinzip

Viele denken beim Thema Meilen sofort an Kreditkarten. Das ist verständlich, aber nicht ganz richtig. Meilen sammeln funktioniert grundsätzlich auf mehreren Wegen, und wer das System versteht, weiß welche Kombination für ihn am meisten bringt.

Was sind Meilen überhaupt?

Meilen sind programmeigene Währungen von Airlines und Hotelprogrammen. Du sammelst sie, du löst sie ein, du buchst damit Flüge oder Upgrades. Das Besondere: Der Gegenwert einer Meile hängt stark davon ab, wofür du sie einsetzt. Eine Meile für einen Economy-Flug in Europa bringt dir vielleicht 1 Cent Gegenwert. Dieselbe Meile, eingesetzt für einen Business-Class-Flug nach Asien, kann das Dreifache oder mehr wert sein.

Genau da liegt der Hebel. Nicht wie viele Meilen du hast, sondern wie du sie einsetzt.

Wie sammelt man Meilen, ohne zu fliegen?

Das Meilengame fängt nicht am Flughafen an. Die drei wichtigsten Quellen im Alltag:

1
Kreditkarten-Umsätze

Mit jeder Zahlung sammelst du Punkte oder Meilen, je nach Karte. Willkommensboni bringen oft mehr als ein Jahr normales Sammeln auf einen Schlag.

2
Einkaufsportale und Payback

Viele Programme haben Partnerportale, über die du beim Online-Shopping Bonusmeilen sammelst. Payback-Punkte lassen sich direkt zu Miles & More transferieren, auch ohne Kreditkarte.

3
Fliegen und Übernachten

Klassisch: Flüge und Hotelaufenthalte bringen dir direkt Meilen. Bei der Lufthansa-Gruppe läuft das über Miles & More, bei anderen Airlines über deren eigene Programme.

Warum Kreditkarten trotzdem der größte Hebel sind

Wer nur durch Fliegen sammelt, braucht viele Flüge für einen nennenswerten Punktestand. Kreditkarten beschleunigen das erheblich. Ein Willkommensbonus von 30.000 bis 85.000 Punkten entspricht oft dem, was man durch Fliegen in zwei bis drei Jahren sammelt. Dazu kommen die laufenden Umsatzpunkte für Alltagsausgaben wie Tanken, Lebensmittel, Onlineshopping.

Der wichtigste Punkt dabei: Mastercard schlägt Amex bei der Akzeptanz. American Express wird in Deutschland und weltweit nicht überall angenommen. Wer seine Hauptkarte für jeden Einkauf nutzen will, braucht eine Mastercard oder Visa. Amex macht deshalb am meisten Sinn als Ergänzungskarte, nicht als einzige Karte.

Miles & More: Mehr als nur Lufthansa

Ein häufiges Missverständnis: Mit Miles & More Meilen buchst du Prämienflüge nicht nur bei Lufthansa. Das Programm gehört zur Star Alliance mit 26 Mitgliedsairlines. Dazu zählen Singapore Airlines, United Airlines, ANA, Turkish Airlines, Swiss, Austrian und viele mehr. Das ist eines der größten Netzwerke weltweit für Prämienflüge.

Mit diesem Grundverständnis ergibt der folgende Kreditkartenvergleich deutlich mehr Sinn. Die Frage ist nicht, ob Amex oder Miles & More besser ist. Die Frage ist, welche Kombination für deinen Alltag und deine Reiseziele am meisten bringt.

Sammelrate, Turbo und Punktewert: Was wirklich zählt

Wer Kreditkarten vergleicht, schaut meistens zuerst auf den Sammelsatz. Das ist sinnvoll, aber nur ein Teil der Rechnung. Die wichtigsten Variablen im Überblick:

Sammelsatz

Amex Karten geben grundsätzlich 1 Punkt pro Euro Umsatz. Miles & More Karten (privat) geben 1 Meile pro 2 Euro. Der Unterschied klingt kleiner als er ist: Auf 10.000 Euro Jahresumsatz macht das 5.000 Punkte Unterschied.

Turbo-Programm bei Amex

American Express bietet gegen einen kleinen monatlichen Aufpreis das sogenannte Turbo-Programm an. Damit sammelst du 1,5 Punkte pro Euro statt einem. Über ein Jahr und höhere Umsätze ist das ein erheblicher Unterschied.

Nicht jeder Punkt ist gleich viel wert

Miles & More Meilen und Amex Membership Rewards Punkte haben in Deutschland einen Richtwert von ab 2 Cent pro Punkt aufwärts, wenn sie sinnvoll für Prämienflüge eingesetzt werden. Wer sie für Sachprämien oder Einkaufsgutscheine einlöst, bekommt oft weniger als die Hälfte davon.

Es gibt keine universell richtige Karte

Das ist keine bequeme Antwort, aber eine ehrliche: Die beste Meilen-Kreditkarte hängt von deinem Ausgabeverhalten, deinen Reisezielen und deiner Bereitschaft ab, eine Jahresgebühr zu zahlen. Wer vor allem Flexibilität will, ist mit Amex besser dran. Wer Mastercard-Akzeptanz braucht und Miles & More sammeln will, findet dort sein Setup. Wer mit kleinem Budget anfangen will, nutzt die Payback Amex ohne Gebühr.

Was im Folgenden beschrieben wird, ist ein ehrlicher Blick auf jede Karte. Mit Stärken, Schwächen und einer klaren Einschätzung, für wen sie wirklich geeignet ist.

Alle Karten auf einen Blick

Bevor wir in die Details gehen, hier die kompakte Übersicht. Die Jahresgebühren, Sammelsätze und Boni sind die Zahlen, die für den Einstieg am meisten zählen.

Karte Jahresgebühr Sammelsatz Willkommensbonus Punkte-Art Link
Amex Green 5 € / Monat* 1 Pkt. / 1 € 10.000 Pkt. Membership Rewards Zum Angebot →
Amex Gold 12 € / Monat 1 Pkt. / 1 € bis zu 55.000 Pkt. Membership Rewards Zum Angebot →
Amex Platinum Premium 60 € / Monat 1 Pkt. / 1 € 85.000 Pkt. Membership Rewards Zum Angebot →
Amex Payback 0 € Gratis 1 Pkt. / 3 € 2.000 Pkt. Payback Punkte Zum Angebot →
M&M Blue Empfohlen 55 € / Jahr 1 Meile / 2 € 2.500 Meilen Miles & More Zum Angebot →
M&M Gold 138 € / Jahr 1 Meile / 2 € 4.000 Meilen Miles & More Zum Angebot →
M&M MyFlex 0 € Gratis 1 Meile / 2 € 500 Meilen Miles & More Zum Angebot →
* Amex Green: Ab dem 2. Jahr ohne Jahresgebühr bei mindestens 9.000 Euro Jahresumsatz mit der Karte.
Hinweis zu Amex Membership Rewards

Die Amex Green, Gold und Platinum sammeln alle Membership Rewards Punkte, keine direkten Airline-Meilen. Diese Punkte transferierst du dann zu einem Partnerprogramm, z.B. Miles & More, Flying Blue oder Etihad Guest. Der Transfer erfolgt im Verhältnis 2:1, das heißt 2 Amex-Punkte ergeben 1 Airline-Meile.

American Express Green

American Express Green Card
American Express Green Card
Kostenloser Einstieg ins Membership Rewards Programm
Jahresgebühr
5 € / Monat*
Sammelsatz
1 Pkt. / 1 €
Willkommensbonus
10.000 Pkt.
Programm
Memb. Rewards

Die Amex Green ist die günstigste Einstiegskarte im Amex-Portfolio mit Zugang zum Membership Rewards Programm. Die Jahresgebühr beträgt 5 Euro pro Monat, also 60 Euro im Jahr. Ab dem zweiten Jahr entfällt die Gebühr komplett, wenn du mindestens 9.000 Euro Jahresumsatz mit der Karte erreichst. Du sammelst flexible Punkte, die du später zu Airline-Programmen transferieren kannst.

In der Praxis ist der Sammelsatz von 1 Punkt pro Euro Umsatz für eine gebührenfreie Karte ordentlich. Die Karte eignet sich als Einstieg oder Ergänzung, wenn du erst einmal verstehen willst, wie das Membership Rewards Programm funktioniert, bevor du eine Karte mit Jahresgebühr holst.

Der Willkommensbonus von 10.000 Punkten ist überschaubar. Das entspricht beim Transfer zu Miles & More rund 5.000 Meilen, was für eine Business-Class-Buchung allein nicht reicht. Wer ernsthaft Punkte sammeln will, wird früher oder später zur Gold Card wechseln.

Vorteile
  • Keine Jahresgebühr
  • Zugang zu Membership Rewards
  • 1 Punkt pro Euro Umsatz
  • Guter Einstieg ohne Risiko
Nachteile
  • Kleiner Willkommensbonus
  • Keine Reiseversicherungen
  • Keine Zusatzleistungen
  • Kein Turbo-Bonus möglich

Meine Einschätzung: Die Green macht Sinn als Einstieg in das Membership Rewards System, wenn du noch keine höhere Jahresgebühr zahlen möchtest. Als Hauptkarte für ernsthaftes Meilen sammeln würde ich aber direkt zur Gold greifen, weil der Willkommensbonus den Preisunterschied schnell ausgleicht.

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American Express Gold

American Express Gold Card
American Express Gold Card
Die beliebteste Amex-Karte für Meilensammler in Deutschland
Jahresgebühr
12 € / Monat
Sammelsatz
1 Pkt. / 1 €
Willkommensbonus
bis zu 55.000 Pkt.
Programm
Memb. Rewards

Die Amex Gold ist für die meisten Meilensammler in Deutschland die sinnvollste Einstiegskarte mit Jahresgebühr. Die Amex Gold gibt es in zwei Farbvarianten: klassisches Gold und Rosé Gold. Die Eigenschaften sind identisch, der Willkommensbonus aber nicht: Mit der Rosé Gold-Variante gibt es bis zu 55.000 Punkte, mit der klassischen Gold bis zu 50.000. Bei Transfer zu Flying Blue oder einem anderen Partner lässt sich damit bereits eine ordentliche Basis für eine Business-Class-Buchung aufbauen.

Was die Gold-Karte besonders macht: Die Jahresgebühr von 144 Euro pro Jahr lässt sich oft komplett ausgleichen. American Express bietet regelmäßig Amex Offers, also Rabattaktionen bei Partnern, mit denen du die Gebühr über das Jahr hinweg zurückholst. Wer die Karte aktiv nutzt, zahlt in der Praxis oft wenig bis nichts.

Dazu kommen Reiseversicherungen, eine kostenlose Zusatzkarte und der Zugang zum Membership Rewards Programm mit allen Transferpartnern. Das macht die Gold zu einem sehr vollständigen Paket für Vielreisende, die nicht das Top-Tier-Budget für die Platinum haben.

Vorteile
  • Hoher Willkommensbonus (bis zu 55.000 Pkt. mit Rosé Gold)
  • Jahresgebühr oft durch Offers ausgleichbar
  • Reiseversicherungen inklusive
  • Flexible Transferpartner
  • Kostenlose Zusatzkarte
Nachteile
  • Kein kostenloser Lounge-Zugang
  • Fremdwährungsgebühr fällt an
  • Kein automatischer Statusvorteil

Meine Einschätzung: Die Amex Gold macht als Ergänzungskarte sehr viel Sinn. Der Willkommensbonus allein lohnt den Einstieg, und die flexiblen Transferpartner geben dir mehr Spielraum als jede direkte Airline-Karte. Als alleinige Hauptkarte hat sie aber den entscheidenden Nachteil: Amex wird nicht überall akzeptiert.

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American Express Platinum

American Express Platinum Card
American Express Platinum Card
Das kompletteste Reisepaket in Deutschland, aber nicht für jeden sinnvoll
Jahresgebühr
60 € / Monat
Sammelsatz
1 Pkt. / 1 €
Willkommensbonus
85.000 Pkt.
Programm
Memb. Rewards

Die Amex Platinum ist die hochwertigste Karte im Amex-Portfolio und richtet sich an Vielreisende, die bereit sind, eine hohe Jahresgebühr zu zahlen, wenn dafür echte Vorteile gegenüberstehen. Mit 840 Euro pro Jahr ist die Hürde real. Aber: Die Platinum kommt mit einer Reihe von Guthaben, die die Gebühr rechnerisch deutlich reduzieren können.

Dazu gehören unter anderem ein Reiseguthaben, Restaurantguthaben und Entertainment-Guthaben. Wer diese konsequent nutzt, kommt auf einen deutlich niedrigeren Nettobetrag. Hinzu kommen kostenloser Lounge-Zugang weltweit (inklusive Begleitung), ein umfassendes Versicherungspaket und Hotelstatusvorteile bei mehreren Programmen.

Der Willkommensbonus von 85.000 Punkten ist der höchste unter den deutschen Amex-Karten. Das sind bei Transfer zu Miles & More rund 42.500 Meilen, was je nach Route und Programm bereits eine Business-Class-Buchung auf Langstrecke ermöglichen kann.

Vorteile
  • Sehr hoher Willkommensbonus
  • Kostenloser Lounge-Zugang weltweit
  • Reise-, Restaurant- und Entertainment-Guthaben
  • Umfangsreichstes Versicherungspaket
  • Hotelstatus bei mehreren Programmen
  • Kostenlose Zusatzkarten
Nachteile
  • Hohe Jahresgebühr (720 € / Jahr)
  • Lohnt sich nur bei aktiver Nutzung der Guthaben
  • Gleicher Sammelsatz wie Amex Gold
  • Fremdwährungsgebühr fällt an
„Die Platinum lohnt sich nicht einfach so. Wer die Guthaben nicht aktiv nutzt, zahlt drauf. Wer sie konsequent einsetzt und viel reist, bekommt ein Paket, das kaum eine andere Karte in Deutschland bietet."

Meine Einschätzung: Die Amex Platinum ist keine Einsteigerkarte. Wer mit dem Meilengame anfängt, sollte erst die Gold testen. Für Vielreisende, die regelmäßig Lounges nutzen und Reiseguthaben wirklich einsetzen, kann die Platinum aber langfristig günstiger sein als die Gold, wenn man den Nettowert ausrechnet.

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Amex Payback Kreditkarte

Payback American Express Kreditkarte
Payback American Express Kreditkarte
Kostenlos Meilen sammeln, über den Umweg Payback
Jahresgebühr
0 €
Sammelsatz
1 Pkt. / 3 €
Willkommensbonus
2.000 Pkt.
Programm
Payback

Die Payback Amex ist die einzige Karte in diesem Vergleich, die dauerhaft ohne Jahresgebühr auskommt und trotzdem einen Weg zu Airline-Meilen bietet. Das Prinzip: Du sammelst Payback-Punkte mit deinen Ausgaben und überträgst diese dann zu Miles & More.

Konkret bekommst du 1 Payback-Punkt für 3 Euro Umsatz. Diese Punkte lassen sich 1:1 zu Miles & More Meilen übertragen, du sammelst also effektiv 1 Meile pro 3 Euro Ausgaben. Ein- bis zweimal im Jahr bietet Payback zudem Transfer-Aktionen mit 10 bis 30 Prozent Bonus, bei denen sich ein gezielter Umtausch besonders lohnt.

Trotzdem hat die Karte ihre Berechtigung: Sie ist ideal als Ergänzungskarte für Bereiche, in denen Amex nicht akzeptiert wird, oder als erster Schritt, wenn man noch keine Kreditkarte mit Jahresgebühr haben möchte. Hinzu kommt der Payback-Vorteil: Du sammelst schon in den Payback-Partnershops Punkte und verstärkst das mit der Karte.

Vorteile
  • Keine Jahresgebühr, dauerhaft
  • Meilen sammeln ohne Risiko
  • Kombination mit Payback-Karte
  • Kostenlose Zusatzkarte
  • Amex Offers und Einkaufsschutz
Nachteile
  • Sammelsatz: 1 Punkt pro 3 Euro Umsatz
  • Keine flexiblen Transferpartner
  • Kein Lounge-Zugang oder Versicherungen
  • Kleiner Willkommensbonus

Meine Einschätzung: Als Einstieg oder Ergänzung gut, als Hauptkarte für ernsthaftes Meilen sammeln eher nicht. Wer wirklich Punkte aufbauen will, sollte parallel eine Membership Rewards Karte nutzen.

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Miles & More Blue Kreditkarte

Miles and More Blue Kreditkarte
Miles & More Blue Kreditkarte
Direktes Meilen sammeln bei der Lufthansa-Gruppe, Einstiegsvariante
Jahresgebühr
55 € / Jahr
Sammelsatz
1 Meile / 2 €
Willkommensbonus
2.500 Meilen
Programm
Miles & More

Die Miles & More Blue ist die Einstiegsvariante im M&M-Kreditkartensortiment. Du sammelst direkt Miles & More Meilen, ohne Umweg über ein Transferprogramm. Das klingt praktisch, hat aber einen entscheidenden Haken: Meilen im M&M-Programm verfallen nach 36 Monaten, wenn du die Blue-Karte hast.

Das bedeutet, wer langsam sammelt und die Meilen nicht konsequent einsetzt, verliert sie nach drei Jahren. Wer Business-Class-Flüge buchen will und dafür 50.000 bis 80.000 Meilen braucht, kann mit dem Sammelsatz von 1 Meile pro 2 Euro sehr lange brauchen.

Der Sammelsatz ist außerdem schwächer als bei den Amex Membership Rewards Karten. 1 Meile pro 2 Euro entspricht 0,5 Meilen pro Euro. Die Amex Gold gibt effektiv 0,5 Meilen pro Euro (nach Transfer 2:1), hat aber einen deutlich höheren Willkommensbonus (bis zu 55.000 Punkte mit Rosé Gold) und keine Meilenverfallssorgen beim richtigen Einsatz.

Vorteile
  • Direktes Sammeln bei Miles & More
  • Günstige Jahresgebühr (55 €)
  • Reiserücktrittsversicherung
  • Einfach und unkompliziert
Nachteile
  • Meilen verfallen nach 36 Monaten
  • Schwacher Sammelsatz (1 Meile / 2 €)
  • Kleiner Willkommensbonus
  • Keine Lounge, keine Krankenversicherung
  • Fremdwährungsgebühr fällt an

Meine Einschätzung: Die Blue macht Sinn, wenn du die Lufthansa-Gruppe regelmäßig fliegst und schon viele Meilen durch Flüge sammelst. Als alleinstehende Lösung für den Einstieg ist die Karte durch das Meilenverfallsproblem riskant.

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Miles & More Gold Kreditkarte

Miles and More Gold Kreditkarte
Miles & More Gold Kreditkarte
Für Miles & More Sammler die deutlich bessere Wahl
Jahresgebühr
138 € / Jahr
Sammelsatz
1 Meile / 2 €
Willkommensbonus
4.000 Meilen
Programm
Miles & More

Die Miles & More Gold löst das größte Problem der Blue: Mit der Gold Karte haben deine Meilen eine unbegrenzte Gültigkeit, solange du die Karte besitzt. Das ist für langfristige Sammler ein entscheidender Unterschied, weil Meilen nicht mehr gegen die Zeit gesammelt werden müssen.

Der Willkommensbonus der M&M Gold liegt bei 4.000 Meilen direkt ins Miles & More Konto. Das ist kein besonders starker Start und entspricht nur wenigen Inlandsflügen. Der eigentliche Mehrwert liegt bei dieser Karte in der unbegrenzten Meilengültigkeit und den Reiseversicherungen, nicht im Einstiegsbonus.

Dazu kommen die wichtigsten Reiseversicherungen: Auslandsreise-Krankenversicherung, Mietwagen-Vollkaskoversicherung und Reiserücktrittsversicherung. Für Vielreisende, die Lufthansa und Partner fliegen, ist das ein durchdachtes Gesamtpaket.

Wichtiger Hinweis

Auch die Gold-Karte hat einen Fremdwährungsaufschlag und eignet sich damit nicht für Ausgaben außerhalb des Euroraums. Wer im Ausland viel bezahlt, verliert durch die Gebühr merklich Wert. Hier wäre eine gebührenfreie Reisekarte als Ergänzung sinnvoll.

Vorteile
  • Unbegrenzte Meilengültigkeit
  • Unbegrenzte Meilengültigkeit
  • Alle wichtigen Reiseversicherungen
  • Direktes Sammeln bei M&M
  • Lounge-Voucher möglich
Nachteile
  • Höhere Jahresgebühr (138 €)
  • Fremdwährungsaufschlag
  • Nur Lufthansa-Gruppe als Airline
  • Schwächerer laufender Sammelsatz als Amex

Meine Einschätzung: Wenn du viel mit der Lufthansa-Gruppe fliegst und Miles & More als dein Hauptprogramm nutzen willst, ist die Gold die richtige Karte. Wer hingegen flexibel zwischen mehreren Airlines wechseln will, ist mit der Amex Gold und dem Membership Rewards Programm besser aufgestellt.

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Miles & More MyFlex Kreditkarte

Miles and More MyFlex Kreditkarte
Miles & More MyFlex Kreditkarte
Flexible Ratenzahlung mit Meilen sammeln kombiniert
Jahresgebühr
0 €
Sammelsatz
1 Meile / 2 €
Programm
Miles & More
Besonderheit
Ratenzahlung

Die Miles & More MyFlex Kreditkarte richtet sich an Reisende, die die Flexibilität einer Ratenzahlung mit dem Meilen sammeln bei Miles & More verbinden wollen. Du kannst monatlich selbst entscheiden, ob du den Betrag vollständig ausgleichst oder einen Teil als Ratenzahlung stehen lässt.

Der Sammelsatz entspricht dem der Blue Karte: 1 Meile für 2 Euro Umsatz. Das ist im Vergleich zu den Amex Membership Rewards Karten ein schwächerer Hebel, dafür landen die Meilen direkt im Miles & More Konto ohne Umweg über ein Transferprogramm.

Wer die Ratenzahlungsfunktion nicht aktiv nutzt, bekommt mit der MyFlex gegenüber der Blue Karte keinen nennenswerten Mehrwert. Die Ratenzahlung ist komfortabel, kostet aber Zinsen. Das sollte man immer einrechnen, wenn man den tatsächlichen Wert der Meilen berechnet.

Vorteile
  • Flexible Ratenzahlung möglich
  • Direktes Sammeln bei Miles & More
  • Keine Jahresgebühr
Nachteile
  • Ratenzahlung kostet Zinsen
  • Schwacher Sammelsatz (1 Meile / 2 €)
  • Meilen verfallen je nach Kartenstatus
  • Kein Lounge-Zugang oder Versicherungspaket

Meine Einschätzung: Die MyFlex ist eine Nischenkarte. Wer die Ratenzahlung wirklich braucht und gleichzeitig Meilen sammeln will, findet hier eine Kombination. Wer aber einfach nur möglichst viele Meilen sammeln will, ist mit der M&M Gold oder einer Amex Membership Rewards Karte besser aufgestellt.

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Welche Karte passt zu dir?

Eine Frage taucht immer wieder auf: Amex oder Miles & More? Die ehrliche Antwort ist: Die Frage ist falsch gestellt. Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um das richtige Setup für deinen Alltag.

Hauptkarte: Miles & More Gold Mastercard

Mastercard wird in Deutschland und weltweit nahezu überall akzeptiert. American Express nicht. In manchen Supermärkten, Tankstellen, Restaurants und kleineren Geschäften funktioniert Amex einfach nicht. Wer nur eine einzige Karte als Hauptkarte nutzen will, braucht eine Mastercard oder Visa. Die Miles & More Gold ist deshalb aus meiner Sicht die sinnvollste Hauptkarte für Vielreisende in Deutschland.

Dazu kommt ein Argument, das viele unterschätzen: Mit Miles & More Meilen buchst du nicht nur Lufthansa-Flüge. Das Programm gehört zur Star Alliance mit 26 Partnerairlines. Singapore Airlines, United, ANA, Turkish Airlines, Swiss, Austrian und viele weitere gehören dazu. Das ist ein globales Netzwerk für Prämienflüge, nicht nur eine Kundenkarte der Lufthansa.

Ergänzungskarte: Amex Gold oder Amex Green

Die Amex macht dort Sinn, wo sie akzeptiert wird, und das ist in vielen Bereichen durchaus der Fall. Der Willkommensbonus der Amex Gold ist ein starker Einstieg, die flexiblen Membership Rewards Punkte lassen sich zu verschiedenen Programmen transferieren und erhöhen deine Optionen. Als zweite Karte im Geldbeutel, nicht als einzige.

Einstieg ohne Risiko

Wer erst einmal schauen will, wie das Sammeln funktioniert, ohne sofort eine Jahresgebühr zu zahlen: Die Payback Amex kostet nichts, sammelt Punkte, die 1:1 zu Miles & More gehen, und ist ein unkomplizierter erster Schritt.

Das vollständige Paket für Vielreisende

Wer viel fliegt, regelmäßig Lounges nutzt und die enthaltenen Guthaben einer Premium-Karte wirklich einsetzt: Die Amex Platinum kann sich als Ergänzung zur M&M Gold langfristig rechnen, auch wenn die Jahresgebühr von 720 Euro auf den ersten Blick abschreckt.

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Dominik Reichert · Travel-Insider
„Ich erlebe oft, dass Leute mit Amex anfangen und dann merken, dass die Karte nicht überall funktioniert. Meine Empfehlung: Miles & More Gold als Hauptkarte für die Akzeptanz, Amex als smarte Ergänzung für den Willkommensbonus und die Transferflexibilität. Das Zusammenspiel beider Welten bringt am Ende mehr als jede Einzelkarte alleine."
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